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WAS FÜR EINE GUTE IDEE, WIEDER MIT OLIVIER RAMEAU ANZUFANGEN. ABER WARUM HABEN SIE JE AUFGEHÖRT? |
Natürlich fing alles mit Colombe an. Den Brüdern Joors, Inhaber des Comicladens Durango in Brüssel war 1988 aufgefallen, daß die Leser bei Signierstunden Colombe immer etwas nackter wollten, als in den Alben. Dadurch entstand die Idee ein Portfolio zu machen, das Colombe vom Kontext der Alben und ihren Kleidern befreite. Es verkaufte sich wie rasend, ein phänomenaler Erfolg. Thierry Taburiaux von P&T Productions wollte sofort Poster davon machen und machte mir den Vorschlag, ein erotisches Album zu machen, eine Art Kama Sutra in Comicform.
HATTEN SIE DAS SCHON LÄNGER IM AUGE? Ich hatte nie daran gedacht. Aber warum nicht. Ich zeichne alles gern, aber hübsche Mädchen schon etwas lieber als Lokomotiven. Ich begann also, alle möglichen amourösen Positionen in realistischer Weise zu zeichnen, bis ich bemerkte, daß der Realismus mich langweilte. Nun war ich von Freunden umgeben, die in einzigartiger Weise Witze erzählen konnten, inbesondere Tibet ist unzweifelhaft der beste Witzeerzähler der Welt. Warum also nicht erotische Witze in Form eines Comicgags bringen? Meine Idee war dabei, diese Gags im francobelgischen Stil zu machen. Ein bißchen wie Boule und Bill. SELTSAMER VERGLEICH Ich spreche von der Technik. Ich wollte die Strenge der francobelgischen Schule in der Auswahl und Behandlung der Figuren, der Hintergründe, der Autos etc beibehalten, um auch die irrsten Gags glaubhaft zu machen. Ich konstruiere diese Gags, modelliere, belebe, dekoriere, schneide, baue sie auf, mit der Strenge und dem Realismus eines klassischen Gags. Zweifellos einer der Gründe für ihren Erfolg. WO ZIEHEN SIE BEI DIESEN GAGS IHRE GRENZEN? Zuerst einmal alles Skatologische jeglicher Art kommt für mich nicht in Frage. Über Pipi-kacka kann ich nicht lachen. Ich habe praktisch keine Gags über Homosexuelle gemacht, denn Männer zu zeichnen amüsiert mich weniger. Auch von Witzen, die sich gut erzählen aber nicht zeichnen lassen, lasse ich die Finger. Ich versuche auch zu junge Leser, die meine Alben in die Hände bekommen nicht zu schockieren. Sie sind nun mal nicht für Zehnjährige gemacht. Auch allzu explizite rohe Dinge wird man in meinen Comics nicht finden. Ich will zum Lachen anregen, nicht erregen. ABER DIESE COVER ... Ich gebe es zu, die haben eine voyeuristische Seite mit den halb ausgezogenen, sehr sexy gezeichneten Mädchen. Ich hielt es für eine gute Idee und bereue es ein wenig. Bei einer Neuausgabe werde ich zweifellos Cover zeichnen, die mehr in Richtung Gag gehen. Ich möchte in den Buchläden in der Abteilung für Humor stehen und nicht in der für Erotik. WAS IST FÜR DIE ZUKUNFT ZU ERWARTEN Ich verfolge ein Projekt mit Yves H., dem Sohn von Hermann, ein weiteres mit Christophe Arleston und noch ein drittes, vielleicht gucken Sie mal im Internet. Zurück zur Startseite |